| TRAVELWIDE REISEN GMBH |
Ab in die Walachei. Das klingt nach weit weg, halbwegs verloren und aus der Zeit gefallen. Irgendwie hinterwäldlerisch. Erstaunlich genug liegt selbst die Hauptstadt Bukarest in dieser Region. Also doch keine ungewöhnliche Reiseidee, eher originell außerhalb der Metropole. Nach Süden bilden Donau und Bulgarien die Grenze. Nordwärts erstrecken sich die Bergwelt der Karpaten, an ihrem Nordostrand die wundersame Kulturlandschaft der Bukovina. Wo einst moldauische Fürsten für jeden Sieg gegen die Ungläubigen eine Klosterfeste oder Kirche stifteten (Welterbe). Die schönsten vom Sockel bis zum Dach mit Fresken bedeckt. Die Walachei hingegen setzt auf Natur, Wälder und Berge, auf liebevoll gepflegte Dörfer und Aussichten, die bis zu den Weingütern in der Tiefebene reichen. Besucherandrang gibt es da nicht. Ein Gebiet für Wanderer. Das noch wachgeküsst werden will.
Rumäniens prägende Landschaft sind die Karpaten (ca. 100.000 km²). Ein Gebirgszug sehr unterschiedlicher Ausprägung. Lebensraum von gut einem Drittel aller europäischen Luchse, Wölfe und Bären. Über hundert endemische Pflanzenarten.
Imposant die Felsenkulisse der Făgărașer Berge in den Südkarpaten nordwestlich von Bukarest. Alpines Terrain, Gipfel von über 2.500 Höhenmetern. Dagegen fallen die West-, Nord- und Ostkarpaten ein Stück sanfter aus. Schafbeweidung mit Herdenschutzhunden hat dort im Sommer Tradition. Mai und Juni beeindrucken die duftenden Heuwiesen mit einem bunten Strauß an Farben.
Die Region Apuseni im Herzen des westlichen Transsylvanien punktet mit 1.500 Höhlen, Wasserfällen, Bergwäldern, Almen und charmanten Dörfern wie aus dem Bilderbuch. Auf den Bergmatten und Wiesen oberhalb des smaragdgrünen Iezer-Ighiel-Sees sprießen zur Saison Blumen über Blumen, selbst Edelweiß.
Maramuresch gilt als abgelegenste Karpatenregion. Parallel zur Grenze mit der Ukraine. Eine echte Landidylle. Schmucke Vorgärten, Brunnen, schindelgedeckte Häuschen, meisterhafte Schnitzereien. Die liebevoll-frech gestalteten Grabkreuze auf dem „Fröhlichen Friedhof“ von Săpânța. Siebenhundert pfiffig-ironische Nachrufe mit Bild der Verstorbenen. Urnostalgisch die gemächlich daher zuckelnden Pferdefuhrwerke.
Ein offener Geheimtipp: die Dampf- und Dieselzüge der „Mocănița“. D-a-s Bild von einer Bimmelbahn. Ohne geringsten Anflug von Hast rollen die Züge über die Schmalspurgleise. Spitzengeschwindigkeit hin und wieder an die 30 km/h. Schwindelerregend! Im entlegenen Tal der Vaser (Valea Vaser) das einzige öffentliche Verkehrsmittel. Für Bewohner, Besucher und Güter. Bis zu drei Mal täglich. Im Sommer auch reine Passagierzüge. Eisenbahnromantik pur.
Im Nordosten der Karpaten verblüfft die Bukowina (Buchenland) mit einer unvergleichlichen Fülle kunsthistorischer Eindrücke. Dabei bietet schon die schöne friedvolle Hügellandschaft genug fürs Auge. Nirgendwo auf der Welt sind Klöster und Kirchen (Welterbe) in so hoher Dichte zu finden wie hier. Das Werk moldavischer Fürsten im 15. und 16. Jahrhundert. Die Fassaden in wundersame Geschichten gehüllt. Außenfresken aus dem Buch der Bücher. „Biblia pauperum“, Bilder und Bibel für die Betenden. Beispiel Sucevița (1596). Zu zahlreich und vielfältig sind diese Kleinode, um sie bei einer Reise gebührend zu würdigen. Es würde Monate dauern. „Land der tausend Klöster“, ein Testament rumänischer Kulturgeschichte.
Mitten durch Rumänien ziehen sich in einem weiten Bogen die Karpaten. Abseits bekannter Reiserouten eine wilde, ursprüngliche Landschaft. Spärlich besiedelt. Verstreute Siedlungen. Feldwege und Holperpisten statt asphaltierter Straßen, Pferdekutschen und Holzkarren als traditionelle Transportmittel. Dichte Nadel- und Laubwälder, einem Bilderbuch entsprungen.
Zum Eingewöhnen ideal Siebenbürgen, Transsylvanien genannt. „Land jenseits der Wälder”. Hier messen Uhren nicht die Stunden, sondern die Ewigkeit. Sanfte Hügel, lang gestreckte Ortschaften, niedrige Häuser, grünumrankte Lauben, trutzige Wehranlagen (Kirchenburgen), Städte wie Kronstadt (Brașov) und Hermannstadt (Sibiu), gegründet von den „Sachsen”. Jene so genannten Rheinländer und Mosel-Franken, die sich ab dem 12. Jahrhundert in der Gegend niederließen. Die Ortsschilder sind teilweise mehrsprachig.
In den urtümlichen Waldkarpaten sind die Bären los. Nicht nur Luchs und Wolf sagen sich dort gute Nacht. Zărnești (Zernen) beherbergt das größte europäische Bärenreservat. Entlang der kurvig-steilen Transfăgărășan-Hochstraße vom Argeș-Tal durch das Făgăraș-Gebirge (2.042 m NN) sind Braunbären keine Seltenheit. In Rumänien sollen insgesamt über 10.000 Bären leben. Spitzenrang in Europa.
Der Tihuța-Pass (1.155 m NN) oder Borgo-Pass in die Ostkarpaten diente als Schauplatz des 1897 veröffentlichten Romans „Dracula” des irischen Schriftstellers Bram Stoker. Frei nach seiner Fantasie geschildert. Vor Ort war er nie. Als fiktiver Wohnsitz des berühmtesten Vampirs der Literaturgeschichte wird Schloss Bran (Castelul Bran), deutsch Törzburg, beworben; entfernte Ähnlichkeit mit der Vorlage nicht ausgeschlossen.
Im Südosten schafft Dobrudscha die einzige Verbindung zum Schwarzen Meer. Nordöstlichster Zipfel der Balkanhalbinsel. Vor 1940 das Zuhause einer bunten Bevölkerung: Rumänen, Lipowanern, Roma, Bulgaren, Griechen, Türken, Tataren und seit 1841 auch von Deutschen (Dobrudschadeutsche). Bauernfamilien (Kolonisten) aus dem Zarenreich, den Gouvernements Bessarabien und Cherson, die abseits der Küste im Dobrudscha-Hochland (Podișul Dobrogei) sesshaft wurden. Leicht hügelig, bewaldet und Steppenvegetation. Der Razim-(Razelm-)Lagunen-See entstand aus Anschwemmungen vom Meer. Die niedrigen Anhöhen des Măcin-Nationalparks eignen sich zum Wandern und zur Vogelbeobachtung. Tulcea (65.000 Einwohner / 30 m NN), auf sieben Hügeln am rechten Donauufer erbaut, eine nach wie vor bedeutende Hafenstadt und Basis der rumänischen Flussmarine, ist „das Tor des Deltas“. Ein Bummel an der Donaupromenade mag darauf einstimmen.
Das weltberühmte Sumpf-, Seen- und Inseldreieck Donaudelta umfasst nach der Wolga und Kuban (Nordkaukasus) das drittgrößte Flussdelta Europas (5.800 km²). Ein Wasserreich par excellence. Eine natürliche Genbank von unschätzbarem Wert. Lebensraum für eine Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere. Darunter mehr als 300 Vogelarten. Ein Großteil der weltweit bedrohten Krauskopfpelikane ist hier zu finden. 13.000 Menschen wohnen im Labyrinth der Kanäle, Seitenarme und Lagunen auf schwimmenden Inseln. Fischer, Schilfschneider und Bootsführer. Die riesige Sumpfwildnis lässt sich an Bord eines Ausflugschiffes (Tagestouren) oder Hausbootes (Mehrtagestouren) entspannt erkunden. Saisonal sind Frühjahr und Herbst für Fotografen und Vogelbeobachtungen besonders vielversprechend. Wasser, Schilf, Ruhe, Einsamkeit und urwüchsige Natur. Ein Paradies im wahrsten Sinne des Wortes. Einfach unvergleichlich schön.
Eine riesige Wasserwildnis. Europas jüngstes Festlandgebiet. Lagunen, Flüsse, Seen, Sümpfe und schwimmende Inseln. Weltnaturerbe. Biosphärenreservat. Einfach wunderschön. An der Mündung der Donau ins Schwarze Meer erstreckt sich eines der großen Naturparadiese Europas.
Ein Land-Wasser-Dreieck von unschätzbarem Wert. Nach Wolga und Kuban im nördlichen Kaukasus das drittgrößte europäische Flussdelta. Schilfinseln, Sandbänke, Auenwälder, Süßwasserseen, Salzwasserlagunen und Sümpfe bilden ein Labyrinth aus Flussarmen, Kanälen und schmalen Wasserwegen.
Zwar wächst das Delta durch Ablagerungen jährlich weiter, dennoch besteht nur ein kleiner Teil aus festem Boden. Der Rest ist urwüchsige Feuchtlandschaft. Die rund 15.000 Bewohner, mehrheitlich Lipovaner, leben überwiegend vom Fischfang. Tulcea bildet das Tor zum Delta und den wichtigsten Ausgangspunkt für Naturreisen.
Die Verschiedenartigkeit der Lebensformen ist überwältigend. Fast 300 Zug- und Brutvogelarten finden im Delta ideale Nist- und Rastbedingungen. Besonders bekannt sind die starken Brutpopulationen von Rosa- und Krauskopfpelikanen sowie Zwergscharben.
Über 150 Fischarten, zahlreiche Amphibien und Säugetiere sowie mehr als 1.100 Pflanzenarten unterstreichen die außerordentliche biologische Vielfalt. Besonders eindrucksvoll sind die von Schlinggewächsen durchzogenen Galeriewälder aus Eichen, Ulmen und Schwarzerlen.
Die beste Möglichkeit, diese urwüchsige Wasserwunderwelt zu entdecken, bietet ein Hausboot. Exkursionen in Begleitung örtlicher Fachreiseleiter werden mit Motorbooten, Ruderbooten oder zu Fuß durchgeführt, um auch Regionen zu erreichen, die auf herkömmliche Weise nur schwer oder gar nicht zugänglich sind.
Das Donaudelta ist ein unvergleichliches naturkundliches Juwel. Geografisch genau in der Mitte zwischen Nordpol und Äquator gelegen. Rumänien aus dem Bilderbuch. Einfach einladend schön.
Delta, Berge, dichte Wälder. Etwa gleich weit entfernt vom Nordpol und Äquator bietet Rumänien mehr ursprüngliche und einmalige Naturschätze als fast jedes andere Land in Europa. Überlagert von touristischen Entwicklungen, bei genauer Hinsicht aber von zeitloser Schönheit und immenser ökologischer Bedeutung.
Da sind die vogelreichen Schilfgebiete des Donaudeltas, da ist die große Dichte an Raubtieren in den Bergwäldern der Karpaten. Ein biologischer Reichtum, der seinesgleichen sucht. Die größten zusammenhängenden Nadel- und Laubwälder Europas sind hier zu finden.
5,18 Prozent der Landesfläche steht in Rumänien unter Schutz. Darunter 11 Nationalparks, 9 Naturparks, 3 Biosphärenreservate, 2 Ramsar-Gebiete, knapp 400 geologische Monumente, rund drei Dutzend Reservate und andere Sondergebiete.
Nur wenige Flüsse sind in Rumänien verbaut. Auf Mureș, Criș, Olt, Donau und weiteren Gewässern können Boots- oder Floßfahrten unternommen werden. An den Ufern lassen sich mancherorts Biber oder deren Bauten entdecken.
Die Făgăraș-Berge oder auch „Transsilvanische Alpen“ (2.000 km²) in den Karpaten sind das eindrucksvollste Hochgebirge. Spannweite 70 Kilometer. Acht Gipfel über 2.500 Meter. Durch Gletscher des Pleistozäns geformt. Kinderstube und Heimat von Gämsen, Rothirschen, Wölfen, Luchsen, Braunbären, Auerhahn und neuerdings Wisenten.
Rumäniens Rückversicherung für Klima, Wassermanagement, Pflanzen- und Tierwelt. Von Natur aus schön.