GMBH
Sie sind hier:  Reiseziele  >  Europa  >  Spanien

Spanien

Naturlandschaft in Spanien

Spanien vereint Hochgebirge, Steppen, Feuchtgebiete, Küstenlandschaften und mediterrane Inselwelten. Die folgenden Reiseregionen führen zu einigen der eindrucksvollsten Natur- und Vogelbeobachtungsgebiete des Landes – von den Pyrenäen über das Ebrodelta und die Extremadura bis nach Andalusien und Mallorca.

Pyrenäen. Bartgeier und Laubverfärbung.

Pyrenäen – Bartgeier und Laubverfärbung

Die Provinz Huesca im Norden von Aragonien (Aragón) setzt besondere Akzente: Hier ragen die höchsten Gipfel der spanischen Pyrenäen in den Himmel, laden alpine Gebirgslandschaften zur Entdeckung ein. Zum Wandern und zu Naturbeobachtungen. Gerade der Herbst präsentiert diese Region von ihren vorteilhaftesten Seiten: Stabile Schönwetterlagen, wildromantische Täler und weiß gepuderte Dreitausender. Rund um Spaniens zweitältesten Nationalpark Ordesa y Monte Perdido (Welterbe 1997) erreicht die Laubverfärbung ihren farbintensiven Höhepunkt. Ungemein eindrucksvoll auch die Fauna. Ein Schauspiel nicht nur für Fotografen. Über den Felswänden kreisen Greifvögel wie die mächtigen Bartgeier mit fast drei Metern Flügelspannweite. In Spanien auch „Knochenbrecher“ (Quebranta Huescos) genannt. Eine durchaus treffende Umschreibung. Schleppen sie doch große Knochen erbeuteter Wild- und Haustiere in luftige Höhen und lassen sie von oben auf Felsen zerschellen, um so an die Bruchstücke und das Mark zu gelangen. Vom Dorf Torla ist der westliche Parkbereich in das Valle de Ordesa zur Pradera de Ordesa gut zu erreichen. Die drei Täler Añisclo, Escuaín und Pineta ermöglichen den Zugang zur östlichen Parkzone unterhalb des Monte Perdido (3.348 m NN). Über den Rio Aso in den felsigen Talgrund des Bellós Flusses, wo der Bergbach tiefe Schluchten in den Kalkstein grub, den Cañón de Añisclo. Landschaftlich überaus reizvoll, mit Glück zeigen sich einige neugierige Geier direkt am Wegrand. Unterwegs lädt das herbstlich bunte Zentralgebirge immer wieder zum Staunen ein. Buchen und Bergahorn strahlen in kräftigen Gelb- und Rottönen. Tagsüber kann immer noch mit bis zu 15 °C Durchschnittstemperaturen gerechnet werden. Nachts ist Frost allerdings nicht ausgeschlossen. Gepäck und Ausstattung darauf abstellen.

Mögliche Besuchsziele: Torla: Ordesa y Monte Perdido Nationalpark, Valle de Vio, Escalona (Aínsa): Añisclo Schlucht, Valle de Pineta. Individuell oder in kleiner Gruppe. Saisonal: Oktober/Anfang November.

Ebrodelta und Zentralpyrenäen. Vögel, Küste und Hochgebirge.

Ebrodelta und Zentralpyrenäen – Vögel, Küste und Hochgebirge

Im Mündungsbereich des Rio Ebro an der Südküste von Katalonien erstreckt sich das Ebrodelta (325 km²). Eine Autostunde von Tarragona entfernt. Geschaffen vom längsten Fluss des Landes (910 km), von Schlamm und Sedimenten, seit Jahrtausenden ins Meer gespült. Ungewöhnlich spitz zulaufend, flankiert von Nehrungen und Dünen. Ein herrliches Stück Natur- und Wasserwelt, wie es anderswo in Spanien außer im Nationalpark Coto de Doñana nicht zu finden ist. Die feuchte Ebene erwies sich als ideal zum Reisanbau. Überschwemmt im Frühjahr, grün im Sommer, abgeerntet im Herbst. Etwa ein Drittel wurde 1983 als Parc Natural del Delta de l’Ebre (80 km²) ausgewiesen. Zugang von Amposta und Deltebre aus.

Das Delta gehört im Mittelmeerraum zu den bedeutendsten Brut-, Rast- und Zugstationen für viele Wasser-, Wat- und Seevögel sowie vieler kleiner Singvogelarten. Über 300 Vogelarten sollen es nachweisbar sein. Schwarzschnabelsturmtaucher lassen sich regelmäßig blicken, auch Sichler, Löffler, Fischadler, Rotkehlpieper und Steinrötel. Alle europäischen Reiherarten brüten hier, außer Silberreiher. Kolonien der Dünnschnabel- und Korallenmöwen geben sich ein Stelldichein, ebenso Lach-, Weißbart-, Fluss-, Zwerg- und Trauerseeschwalben. Im Mai und nach der Reisernte September/Oktober erreichen die Vogelzahlen Höchstwerte. Nicht zuletzt wegen des ausreichend großen Nahrungsangebotes.

Abseits der Küste in der Ebrosenke südöstlich von Zaragoza ist die halbtrockene Steppe von Los Monegros wichtigstes Brutrevier von Dupontlerche, Brachpieper, Brillengrasmücke, Kurzzehenlerche, Triel, Spieß- und Sandflughühner, Alpenkrähe und Steinschmätzer. Am Südausgang des Aragón-Tals verbindet Jaca unterhalb der westlichen Zentralpyrenäen lebendige Geschichte und Moderne. Erste Hauptstadt des Königreichs Aragonien. Nahe der Winterzentren Astún und Candanchu. Günstig gelegen zu den Tälern von Hecho, Anso und Roncal, Heimat von Schmutz-, Gänse- und Bartgeiern, von Stein-, Zwerg-, Habichts- und Schlangenadlern, Rot-, Schwarzmilan und Wanderfalke. In Reichweite auch Torla, das nette Örtchen zum Nationalpark Ordesa y Monte Perdido. Vielversprechende Gelegenheiten zur Sichtung von Hochgebirgsarten wie Mauerläufer, Zitronenzeisig, Ringdrossel und vielleicht sogar Bartgeier.

Eine originelle Reisekombination, Delta de l’Ebre, Reisfelder, Salzmarschen, Brack- und Süßwasserlagunen, Dünen und die Los Monegros Steppe, die westlichen und zentralen Vor- und Hochpyrenäen. Saisonal: Frühjahr, Mitte/Ende Mai.

Extremadura und Coto de Doñana. Naturjuwele und Kulturlandschaften.

Extremadura und Coto de Doñana – Naturjuwele und Kulturlandschaften

Verkarstete Mittelgebirge, mediterrane Stein- und Korkeichenwälder, savannenähnliche Grassteppen, sanfte Hügelketten und sonnenverwöhnte Ebenen, das Porträt der Extremadura auf einen Blick. Uraltes Kulturland „jenseits des Duero“ im äußersten Südwesten Spaniens. Stammsitz berühmt-berüchtigter Konquistadoren. Refugium bedrohter Pflanzen- und Wildtierarten, von auffällig gefärbten Vogelarten wie Bienenfresser, Blauracken und Störchen, von scheuen Lauf- und Hühnervögeln, Wiedehopf und Rotkopfwürger. Bedeutende Brutstätte von Gänse-, Schmutz- und Mönchsgeiern, nach dem Andenkondor die größten Greifvögel der Erde.

Vor allem im Monfragüe Nationalpark zu Hause. Die Schaubühne der vielfältigen Fauna und Flora dieser Region. Kaiser- und Habichtsadler ziehen ihre Kreise. Wildschweine und Ginsterkatzen streifen umher. Sogar Fischotter wurden schon gesichtet. Die Landschaft im Park und weit darüber blüht im Frühling geradezu auf. Orchideen, Affodill, Schopflavendel, Narzissen und Zistrosen zeichnen ein farbenfrohes Bild. Zinnien und Erdbeerbäume suchen den Halbschatten, in ihrem Unterholz wachsen Heidekraut und Labiernagosträucher.

Ein weiß-rosa Blütenmeer verzaubert gleichzeitig das Valle del Jerte. Die Kirschbaumblüte im „Tal der elf Dörfer“. Auf bis zu 1.250 Meter Höhe. Über zweihundert Kirschsorten. Je nach Mikroklima ein bis zwei Millionen Bäume. Ein märchenhaftes Naturspektakel. Begleitet von Musik, Gastronomie und Kulturveranstaltungen.

Viehzucht und Imkerei haben in der Extremadura Tradition: Schwarze Iberische Schweine, Merinoschafe, Rinder und Bienenvölker. Dazu Olivenhaine, Weinberge und die Obstgärten. Luftgetrockneter Schinken, Schafs-/Ziegenkäse und Honig aus der Region garantieren beste Qualität. Größer als Ibiza. Die Urlandschaft des Coto de Doñana Nationalparks an der Costa de la Luz verdankt ihren Werdegang einem königlichen Jagdprivileg aus dem 13. Jahrhundert. Küste und Marschland im Mündungsbereich des Guadalquivir (spanisch: Coto) blieben so unberührt und bis heute erhalten. Mächtige Wanderdünen schützen Spaniens größtes und bedeutendstes Feuchtbiotop (543 km²). Rast- und Überwinterungsort für Europas Zugvögel auf der Reise nach/von Afrika. Welterbe seit 1994. Inzwischen mit strikter Zugangslenkung, um weiterhin den Gleichklang von Ökosystem und Besuchern bewahren zu können. Kritisch die enorme Wasserentnahme durch Landwirtschaft und Tourismus. Umdenken ist gefragt. Damit der Natur eine Chance bleibt.

Lieder, Trachten, Pferde, Kutschen. Pick-ups. Zu Pfingsten erlebt das schläfrig-staubige Nest El Rocio (Tau) am Parkrand die fröhlichste Prozession überhaupt. Dirigiert von mehreren Bruderschaften (Cofradías / Hermandades). Ein schräges buntes Volksfest um die Madonna „Virgen del Rocio“ (Jungfrau des Morgentaus) oder auch „Paloma Blanca“ (Weiße Taube). Die Marienstatue soll im 7. Jahrhundert in den Sümpfen gefunden worden sein.

Ein Reisemosaik reizvoller Orte und Naturparks: Torrejon el Rubio / Villareal de San Carlos: Monfragüe Nationalpark. Trujillo, Puebla de Alcocer (Sierra del Castillo), Castuera (Dehesa von La Serena), El Rocio: Nationalpark Coto de Doñana. Saisonal: Frühjahr: Anfang/Mitte April.

Extremadura. Steineichen, Steppen und Sierras.

Extremadura – Steineichen, Steppen und Sierras

Die Region im Südwesten Spaniens an der Grenze zu Portugal gilt unter Vogelbeobachtern und Fotografen als offener Geheimtipp (Hotspot). Abseits jeglicher Meeresküsten, etwa so groß wie die Schweiz. Mit einer Million Einwohnern nur dünn besiedelt. Zum Vergleich: In Madrid sind über 3,3 Millionen Madrileños zuhause. Overtourism ist in der Extremadura ein Fremdwort. Reich an Kultur. Eine extensiv bewirtschaftete Landschaft, geprägt von lichten Stein- und Korkeichenwäldern (Dehesas), leicht hügelig bis hochgebirgig. Durchmischt von gewaltigen Granitbuckeln, Getreidefeldern, Obstpflanzungen und steppenähnlichen Weideflächen. Über Jahrhunderte zu einem stabilen Ökosystem zusammengewachsen. Darunter die ältesten Gesteinsformationen der Iberischen Halbinsel. Das fördert Diversität, die nach ergiebigen Niederschlägen im Winter die Gegend erblühen lässt: Schopflavendel, Zistrosen, Zinnien und Heidekraut.

Im Südosten der Extremadura um Mérida wartet das weitläufige Steppengebiet La Serena (3.000 km²) mit einer stark angepassten Vogelwelt auf. Für Fotografen und Naturbeobachter ein lohnendes Ziel mit vielfältigen Sichtungsmöglichkeiten. Nur wenige Dörfer wie Castuera, Cabeza del Buey oder Puebla de Alcocer verteilen sich in dem fast menschenleeren Gebiet. Anderswo verschwundene oder seltene Vogelarten sind hier noch häufiger anzutreffen. Etwa Rötelfalken, Brachschwalben, Triele, Flughühner, Groß- und Zwergtrappen. Mobile Ansitze und feste Steinhütten rücken die Balzplätze der Laufvögel in Reichweite.

Da vielerorts Zäune, Tore und Schilder den Geländezugang verweigern und außerhalb nur einige Wirtschaftswege und wenig befahrene Landstraßen (C 420) zur Pirsch geeignet sind, spielen Standort und Aufenthaltserlaubnis eine entscheidende Rolle.

Dank der Sondergenehmigung einer wohlgesonnenen Finca sind die Voraussetzungen für Kamera, Fernglas und ungewöhnliche Sichtungen entsprechend gut. Zudem beherbergt die Gegend auch kleinere Arten. Teilweise in erstaunlicher Individuendichte. Von wohltönend, laut und vielstrophig singenden Nachtigallen über Blauracken, buntfarbige Bienenfresser, Wiedehopfe, Rotkopfwürger bis hin zu Steinkäuzen und Weißstörchen. Die gefiederten Anrainer der Steppenlandschaft. Nur in Kleingruppe. Saisonal: Frühjahr und Frühsommer, bevorzugt April.

Grazalema und Straße von Gibraltar. Zugvögel und Wale.

Grazalema und Straße von Gibraltar – Zugvögel und Wale

Jedes Jahr zur Saison lässt sich dort, wo riesige Vogelscharen gebündelt vorbeiziehen, das Phänomen des Vogelzuges besonders gut beobachten. In Andalusien etwa an der engsten Passage zwischen Europa und Afrikas Küste. Nur 14 Kilometer übers Mittelmeer. Das Vogelspektrum wechselt von Woche zu Woche.

Im Herbst ist der gefährdete Habichtsadler im rückliegenden Gebirge der Serrania de Ronda gut vorbereitet. Biosphärenreservat seit 1977, als Naturpark Grazalema ausgewiesen. Nicht weit entfernt von Ronda, der berühmten Schönen unter den „Weißen Dörfern“. Ungefähr 50 Kilometer Luftlinie sind es zur Costa del Sol. Ausgedehnte Kork- und Steineichenwälder behaupten sich entlang der Bergflanken. Blaumerle und Trauersteinschmätzer sitzen in den Kalkfelsen. Alpenkrähen und Gänsegeier finden hier geeignete Lebensräume. Die Südspitze Spaniens an der Straße von Gibraltar ist wie der Bosporus einer der wenigen Plätze in Europa, wo sich der Vogelzug sehr eindrucksvoll bewundert werden kann. An Tagen mit günstigen Windbedingungen versammeln sich an diesem Engpass Tausende von Wespenbussarden. Startbereit zur Reise in ihre afrikanischen Winterquartiere. Der Durchzug kann entsprechend der Windverhältnisse von ausgewählten Aussichtspunkten verfolgt werden. Ein spektakuläres Naturereignis.

Die küstennahen Lagunen dienen Greifen und Störchen zur Rast und Nahrungssuche. Aber auch Seevögel, Kiebitzregenpfeifer, Große Brachvögel, Ufer- und Pfuhlschnepfen finden sich hier ein. Korallenmöwen rasten oftmals an überschwemmten Strandbereichen.

Das nasse Element des mediterranen Nadelöhrs bevorzugen zudem Wale und Delfine. Ein Hotspot für verschiedene Meeressäuger. Nahe der Klippen können häufiger Gruppen von Pottwalen beobachtet werden. Die größten Zahnwale weltweit werden bis zu 20 Meter lang. Finnwale queren die Meerenge regelmäßig. Beinahe spielerisch durchpflügen Gemeine und Gestreifte Delfine die Wellen. Eine Bootstour (optional) in Begleitung eines Meeresbiologen verheißt spannende, mitunter hautnahe Erlebnisse auf Augenhöhe. Obendrein noch schöne Panoramablicke auf Marokko, Spanien und den Felsen von Gibraltar. Zwischen Atlantik und Mittelmeer. Im Reiseportfolio: Sierra de Grazalema, Serrania de Ronda, Naturpark Los Alcornocales („Königreich der Korkeichen“), Las Abiertas: Laguna de Medina, Zahara de los Atunes: Sierra de la Plata, Barbate: Rio Barbate Feuchtgebiete. Punta de Tarifa. Saisonal: Spätsommer/Frühherbst Ende August/September.

Mallorca. Inselschönheit im Mittelmeer.

Mallorca – Inselschönheit im Mittelmeer

Trotz Millionen von Besuchern bleibt Natur auf der größten Baleareninsel nicht außen vor. Parks und Landschaftsschutzgebiete bewahren eine Tier- und Pflanzenwelt, die sich vom Festland deutlich unterscheidet. Trockenlandschaften und Feuchtgebiete, Buchten (Calas), Strände, offene und bewaldete Regionen halten selbst für seltene und bedrohte Arten geeignete Lebensräume bereit. Die Serra de Tramuntana im Westen trägt seit 2011 den Titel Welterbe. So können Adler und Geier weiterhin ungestört ihre Kreise ziehen, bleibt die fragile Gebirgsflora bewahrt. Über dreißig Gipfel schaffen die 1.000 Meter-Marke. Im Osten erreicht die Serra de Llevant weniger als 500 Höhenmeter. Ihre Ausläufer bilden nördlich von Arta den Parc Natural de la Peninsula, Mallorcas größtes Schutzgebiet: Aleppokiefern und Steineichen, Trockenbäche (Arroyos), Flachland und raue Felswände. Kormorane, Greife, Ziegen und Schafe.

Das Inselinnere, die Ebene zwischen den Gebirgen, wird Es Pla genannt. Landwirtschaftlich genutzt, hin und wieder vereinzelte Hügel. Auf den Kuppen thront oft eine Kapelle, eine Burg oder Einsiedelei (Ermita). Bei klarer Sicht mit bemerkenswerter Aussicht. Auf dem Tafelberg Randa befinden sich gleich drei Klöster. Wanderwege durchziehen Cala Mondrago im Südosten. In letzter Minute von der insularen Umweltorganisation GOB vor einer Bebauung bewahrt. Zwei flache Sandstrandbuchten, von Felsenspornen gerahmt, landeinwärts sanft hüglige Kiefernhaine, eingestreut verschiedene Wüstengewächse. Postkartenaussichten. Mallorcas kleinster Naturpark (8 km²).

Abseits der Strände von Alcudia und Muro im Nordosten schützt der Naturpark s’Albufera seit 1985 das größte verbliebene Feuchtgebiet (20 km²) auf der Insel. Im 20. Jahrhundert noch zum Reisanbau genutzt, beherbergt der einst verlandete See in seinen verschiedenen Süß- und Salzwasserbereichen seltene Sumpfpflanzen, Reptilien, Amphibien sowie über 200 Vogelarten. Fuß- und Radfahrwege durchziehen das Gelände. Im Frühjahr und Herbst eine wichtige Raststation vieler Zugvögel, die den Park als Futterquelle nutzen. Im Südosten drohte dem sechs Kilometer langen Sandstrand und Dünenbereich Es Trenc mit Kiefernwald und Salztonebenen ebenfalls die Erschließung. Jetzt sichert der Ses Salines Naturpark den Fortbestand der salzresistenten Pflanzen und seltenen Vogelarten. Das etwa 14 Kilometer vor der Küste gelegene Cabrera-Felsenarchipel wurde 1991 einschließlich der umgebenden Meereszone zum Nationalpark erklärt. Mittelmeertypische Macchie bedeckt die Inselgruppe, typisch auch wilde Olivenbäume, Mastix, Wacholder und Riesenfenchel. Die beeindruckendste Flora liegt unter Wasser, über 160 Arten von Meerespflanzen. Fast überall auf den 19 Eilanden sind Landreptilien, Balearen-Eidechsen, zu finden, dazu eine große Zahl an Seevögeln und Greifen. Nicht unbedingt dauerhaft, sondern als Durchzügler. Mindestens 500 Arten zählt die Meeresfauna, Oktopusse, Seeigel, Tintenfische und Schildkröten. Ein Besucherzentrum besteht in Colonia de Sant Jordi. Begleitete Schiffsexkursionen machen mit dem Schutzgebiet bekannt.

Von Sant Elm aus betrachtet ähnelt Isla Sa Dragonera im äußersten Südwesten tatsächlich einem Drachen. Im Querschnitt jedoch gleicht der Naturpark einem rechtwinkligen Dreieck. Mit steilen, teils überhängenden Felsabstürzen zum offenen Mittelmeer. Ein Rückzugsgebiet für viele typische balearische Pflanzen- und Vogelarten. Sogar eine endemische Unterart der Balearen-Eidechse hat sich herausgebildet. Die Insel ist über eine schmale Meeresstraße leicht erreichbar. Sie kann zu Fuß auf mehreren Wanderwegen erkundet werden. Die alle in der Cala Lladó am Bootsanleger beginnen und bis zum Gipfel des Na Pòpia (353 m NN) führen. Auch die Schwesterinseln Menorca, Ibiza und Formentera orientieren sich mehr und mehr naturnah. Schon früh ergänzten Römer, Araber und andere Eroberer die vorhandene Flora durch Kultur- und Zierpflanzen wie Mandelbäume, Oliven, Zitrusfrüchte, Johannisbrotbäume oder Feigenkakteen. Die meisten Inselpalmen stammen ursprünglich aus Afrika. Mallorca und die Balearen aus gänzlich anderen Perspektiven. Jenseits gängiger Klischees. Saisonal: Frühjahr, Frühsommer und Herbst, Ende Februar bis Mitte November.

↑ Seitenanfang